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Zegelsem, das Dorf des Kopfsteinpflasters  

Warme Erinnerungen werden meistens von der Glut oder der Patina der Zeit gefärbt. So sieht ein ländliches Dorf aus alten Zeiten immer schöner, ruhiger, märchenhafter aus als in der Wirklichkeit. Na gut, Zegelsem sieht genauso aus wie ein Dorf aus längst verflossener Zeit ausgesehen haben muss, Kopfsteinpflaster einbegriffen. Es ist ein Ort auf den die Zeit keinen Einfluss hat. Keine Zeit für Realität. Schriftsteller Herman Teirlinck, heutzutage vor allem noch bekannt als Gründer der Antwerpener Theaterschule, wo so viel bekanntes Schauspieltalent das Fach lernte, war als junger Kerl überhaupt nicht so ein gesunder Knabe. Darum verbrachte er viele seiner jungen Tage auf dem Lande bei seinen Großeltern in Zegelsem. Da fand er die Inspiration für seinen bekanntesten Roman “Maria Speermalie“. Wer in Zegelsem eintritt, fährt einfach die Jugendlandschaft von Herman Teirlinck hinein. Sagen Sie, das flache Land sowie es Ende des 19. Jahrhunderts aussah. „Ich habe gelernt, in Zegelsem von den einfachen Früchten der Erde zu leben, denn in Zegelsem ist alles Erde und Wasser und Luft und Grün und Raum“, schrieb Teirlinck in seinen Notizen. Heute würde er es nicht anders sagen.

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Die „Sint-Ursmaruskerk“ (Sankt-Ursmarus-Kirche) : Diese klassizistische Kirche steht in der Dorfsmitte von Zegelsem. Der gotische Turm datiert aus dem 13. Jahrhundert. Die prachtvollen Linden die neben der Kirche stehen, sind auch nicht mehr die jüngsten.

Das Pfarrhaus datiert vom Jahre 1622, aber es wurde im Laufe der Geschichte vielmals verbaut. Ein Stein im Haus trägt die Erwähnung 1714, die Jahreszahl des großen Umbaus der Kirche.

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Der Singulfi Bauernhof : Dieser geschlossener Bauernhof an der „Leierwaarde 29“ (Straße), der völlig restauriert wurde von Frans Casteele, dem Vater von Isabelle, die zusammen mit ihrem Ehemann Alain Dedobbeleer den Hof bewohnt, Der Hof hat eine Geschichte die bis zu den Jahren 800 zurückgeht. Es war der fränkische Hof von Singulfus, um den die Niederlassung entstand, die auswachsen soll zur Gemeinde Zegelsem.

 

„De Haaghoek“ (Der Heckenwinkel) ist ein klassifizierter Streifen mit Kopfsteinpflaster, der vor allem bekannte ist durch die Rundfahrt von Flandern. Die typischen Kinderköpfe wurden unter Druck der Omer Wattez-Stiftung 1995 beschützt.

Der Leberg: Bevor die Radfahrer in der Rundfahrt von Flandern an dem Berendries beginnen müssen, bekommen sie gewöhnlich zuerst noch diesen Wadenbeißer aufgetischt. Es ist ein schmaler Asphaltweg, der einen Höhenunterschied von 39 Metern überbrückt. Den Leberg entlang findet man auch Forellenteiche, wo Angler aus ganz Flandern hinfahren, um ihre Angelrute auszuwerfen.

‚Het Burreken“: Ein beschütztes Naturgebiet von 220 Hektaren, von denen momentan 33 Hektare von „Natuurpunt“ als Naturschutzgebiet verwaltet werden. Zahlreiche Quellenbache entspringen aus den ebenso zahlreichen Quellen und haben sich in der Vergangenheit tief in die Landschaft hineingeschnitten. Die Bewachsung in diesem schwer wellenden Waldgebiet ist die typische Quellenwaldpflanzenwuchs: Schwarzerle, gewöhnliche Erle und Hasel. Vor allem im Frühling ist das Burreken eindrucksvoll schön zum Besuchen. Dann machen u.a. das Weiß der Waldanemone und das Blau der wilden Hyazinthe einen farbigen Teppich. Das Gebiet ist frei zugänglich auf bestehenden Wegen und markierten Pfaden.

„Monasterium Mariakluizen“: dieses ökumenische Klausnernist wurde am 8. Dezember 1980 von zwei Brüdern gegründet. Sie wollten da arbeiten nach den Regeln des Heiligen Benedictus. Es werden ökumenische Dienste gehalten und es laufen regelmäßig Ausstellungen. Die Brüder leben in Klausen zurückgezogen und es gibt auch einige hölzerne Haüser für Leute, die sich auch mal der täglichen Hektik entziehen möchten oder die Not an Besinnung haben.

 

 

 

 
 
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